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Fieber messen bei Kleintieren

Zunächst vorab: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei ersten Anzeichen von Fieber beim Haustier sollte eine ärztliche Meinung eingeholt werden.

Fieber ist ein Symptom, welches bei Tieren wie bei Menschen als Begleiterscheinung des eigentlichen Leidens auftritt. Dabei können die Ursachen für den plötzlichen Temperaturanstieg sehr vielfältig sein. Deshalb ist Fieber zwar ein deutlicher Indikator dafür, dass etwas im Argen liegt, leider aber auch ein sehr ungenauer. Mögliche Auslöser für Fieber können z.B. eine Vergiftung, eine Virus- oder bakterielle Infektion oder Entzündungen sein. Mit der plötzlichen Erhöhung der Temperatur versucht der Körper den Kreislauf sowie das Immunsystem kurzzeitig auf Höchstleistung zu bringen um die eigentliche Ursache des Fiebers schnell zu beseitigen. Grundsätzlich ist immer zu empfehlen, die Ursache des Fiebers zu beheben anstatt das Fieber selbst zu bekämpfen.

Das Grundprinzip des Fiebers ist damit bei Tieren generell das gleiche wie beim Menschen. Unterschiede gibt es aber besonders in den Grenzwerten für „gesunde“ Körpertemperaturen und den Möglichkeiten, das Fieber festzustellen. Diese Besonderheiten werden im Artikel herausgearbeitet.

Fieber bei Reptilien

Dieser Sonderfall soll gleich zu Beginn abgehandelt werden: Reptilien sind anders als Säugetiere wechselwarm. Das bedeutet, dass sie ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können. Aus diesem Grund können Schildkröten, Schlangen, Leguane und Co. auch kein herkömmliches Fieber bekommen. Dennoch wurde in Studien festgestellt, dass Reptilien im Falle von Infektionen ihre Umgebung nutzen um ein „künstliches Fieber“ herbeizuführen. So suchen sie sich beispielsweise sehr warme oder sonnige Plätze, wenn der Körper gegen Viren oder Bakterien kämpft. Eine genaue Beobachtung der Tiere kann hier ein Indikator für Fieber sein. Suchen sie sehr häufig warme Flecken auf, sollte man darauf achten, ob sie sich auch in anderen Situationen anders als gewöhnlich verhalten. Ist dies der Fall sollte ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Fieber bei Kleintieren feststellen

Bei Kleintieren, welche nicht zu den Reptilien zählen, lässt sich die erhöhte Körpertemperatur einfacher feststellen. Da sie zu den gleichwarmen Tieren gehören, haben sie im Normalfall eine nahezu gleichbleibende Körpertemperatur. Befindet sich diese Temperatur über einen längeren Zeitraum über dem Normalwert, so spricht man von Fieber.

Wichtig: die Körpertemperatur von Heimtieren kann nach Anstrengungen wie Toben oder Stress kurzzeitig über den Normalwert steigen, ohne dass man von Fieber spricht. Erst wenn die Temperatur länger über normal liegt, sollte man genauer hinschauen.

Leider ist es bei den quirligen Haustieren nicht wie beim Menschen, dem man klar vermitteln kann, dass man mit dem Messen der Temperatur nur sein bestes will. Auch kann man die Körpertemperatur nicht dauerhaft messen. Deshalb sollte dem Halter für die jeweilige Tierart bekannt sein, an welchem Körperteil des Tieres er das Fieber am ehesten feststellen kann. Die folgende Übersicht hilft dabei:

  • Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Co.: Hier zeigt sich das Fieber am ehesten über die Temperatur der Ohren oder Füße. Ein kurzes Fühlen der Temperatur kann ein erstes Indiz sein, ein genaues Messen aber nicht ersetzen.
  • Vögel: Am ehesten erhält man einen Hinweis auf erhöhte Temperatur durch fühlen an den Füßen.
  • Hunde: Auch hier zeigt sich die erhöhte Temperatur an den Ohren, wo das Fell nicht so dick ist. Um die Körpertemperatur zu regulieren kann es sein, dass der Vierbeiner verstärkt hechelt und trinkt.
  • Katzen: Auch bei Katzen ist das Fell an Ohren und Pfötchen am dünnsten und somit der Kontakt zur Haut am besten herzustellen. Deshalb dienen diese beiden Stellen auch als beste Indikatoren.

Die beschriebenen Indikatoren sind in jedem Fall auch nur als solche zu betrachten. In den meisten Fällen wir die erhöhte Körpertemperatur mit weiteren Symptomen wie etwa trockenen Augen oder Nase einhergehen. Auch sollte man das Verhalten des Haustieres genau beobachten. Verkriecht es sich, ist lustlos oder gar apathisch so sollte unbedingt ärztlicher Beirat eingeholt werden.

Wichtig ist noch zu erwähnen, dass die Normaltemperatur je nach Haustier höher oder niedriger als die des Menschen ist. Dies muss bei den Tests berücksichtigt werden, da es doch die eigene Wahrnehmung etwas verzerren kann. Im folgenden Abschnitt werden die Normaltemperaturen dargestellt.

Ab wann spricht man von Fieber beim Haustier?

Bisher wurde nur subjektives Empfinden für die „Diagnostik“ genutzt. Um eine eindeutige Aussage über das Vorhandensein von Fieber zu treffen, muss diese jedoch gemessen und mit den Normalwerten verglichen werden (weitere Infos zum Messen der Körpertemperatur im nächsten Abschnitt). Die Angaben über die Normalwerte schwanken je nach Quelle um bis zu 0,5 °C. Deshalb muss das Tier noch nicht zwangsweise Fieber haben, wenn die Temperatur 0,1 oder 0,2 °C über dem Normalwert liegt.

Tierart Normalbereich Körpertemperatur
Kaninchen 38,5 – 40 °C
Hamster 36,5 – 38 °C
Meerschweinchen 37,5 – 39,5 °C
Degu 37,0 – 39,5 °C
Farbratte 36,0 – 40,0 °C
Maus 38,0 – 39,0 °C
Hund 38,0 – 39,5 °C
Katze 37,0 – 39 °C
Wellensittich 40,0 – 41,0°C

Liegt die Körpertemperatur des Tieres wesentlich (also mind. 0,3 oder 0,4 °C) über den angegebenen Richtwerten, so sollte der Tierarzt aufgesucht bzw. nach der Quelle der erhöhten Temperatur gesucht werden.

Welche Fieberthermometer für Kleintiere sind zu empfehlen?

Generell gilt: man sollte – speziell bei sehr kleinen Tieren wie Hamstern, Mäusen oder Zwergkaninchen – sehr vorsichtig beim Messen des Fiebers vorgehen. Das Messen der Körpertemperatur erzeugt großen Stress und schreckhafte Tiere können dabei auch zucken, da es für sie unangenehm ist. Es ist wichtig, dass das Tier dann gut fixiert ist. Es gibt ein paar Dinge beim Gebrauch des Fieber Thermometers zu beachten:

  1. Wenn man sich unsicher in der Anwendung ist oder man das Tier nicht ausreichend fixieren kann (ggf. auch eine zweite Person hinzunehmen), dann lässt man das Messen direkt sein und fährt zum Tierarzt
  2. Wichtig ist auch die Hygiene. Keinesfalls sollte das eigene Fieberthermometer mit dem Tier geteilt werden. Stattdessen sollte man stets ein gesondertes Thermometer für die Tiere im Haushalt haben. Es gibt Thermometer mit Aufsätzen, die sich wechseln lassen. Diese sind zu empfehlen, dennoch sollte nicht zwischen Mensch und Tier gewechselt werden.
  3. Genauigkeit: Je nach Art der Messung und Dichte des Fells kann die gemessene Temperatur von der tatsächlichen Temperatur abweichen. Das genaueste (aber auch anspruchsvollste) Messverfahren ist die rektale Messung.
  4. Um das Tier nicht zu verletzen bzw. die Prozedur möglichst wenig unangenehm zu gestalten, sollte bei Thermometern, die rektal eingeführt werden, immer ausreichend Vaseline aufgetragen werden.

Es gibt verschiedene Arten von Fieberthermometern für Tiere:

  • klassische Quecksilber-Thermometer (analoge Thermometer): Diese müssen verhältnismäßig lange an der Messstelle bleiben, bis sie die richtige Temperatur aufgenommen haben. Das ist bei den meisten Tieren ungünstig, da die Situation ungünstig ist. Dennoch gelten sie im Allgemeinen als genauer als digitale Varianten.
  • Digitale Fieberthermometer: Sie messen die Temperatur mit einem Sensor, der an der Spitze integriert ist. Sobald der Sensor der Meinung ist, die Temperatur korrekt ermittelt zu haben, gibt er einen Piepston von sich. Für den Betrieb sind Batterien notwendig.
  • Infrarot-Thermometer: Bei dieser Art des Fiebermessens ist auf dem Thermometer eine Linse angebracht, welche mittels Infrarotstrahlung eine Temperatur ermittelt. Diese Thermometer messen sehr schnell, allerdings sind sie in der Anschaffung etwas teurer.

Fieberthermometer für Kaninchen, Meerschweine, Hamster und Co.

Da diese Tiere sehr , schreckhaft und zumeist auch „zappelig“ sind, sollte man analoge Fieberthermometer nur benutzen, wenn man sich sicher in der Anwendung ist. Besser ist es, mit Thermometern zu arbeiten, welche nicht rektal eingeführt werden müssen. Dazu bieten sich Infrarot-Thermometer an. Zu empfehlen sind etwa folgende Fieberthermometer, auch wenn sie nicht explizit für Tiere hergestellt wurden:

Angebot
Professionelle Digital Thermometer
  • 4-IN-1-Fieberthermometer und "dual mode
  • Angenehmer Messmethoden
  • Fieber Alarm und Speicher für 20 Messungen
  • Intelligent Humanisiertes Design
  • Professionelle medizinische Geräte

Fieberthermometer für Katzen und Hunde

Bei diesen Tieren stellt sich das Fiebermessen oftmals etwas einfacher dar. Deshalb kann man auf Kosten des Komforts auch ein genaueres Thermometer verwenden. Geeignet sind digitale Thermometer, welche möglichst schnell die Temperatur messen.

Angebot
Domotherm Rapid - digitales Fieberthermometer mit 2 Nachkommastellen, Messwertspeicher, flexible Spitze, Baby Kinder geeignet
  • Digital Thermometer für eine schnelle und sichere Temperatur-Messung (oral, rektal oder axillar)
  • Flexible Messspitze zur Verminderung der Verletzungsgefahr, schnelle Messzeit von ca. 30 Sekunden, 2 Nachkommastellen für präzise Messergebnisse
  • Speicherung des letzten Messwert, Fieberalarm, automatische Abschaltung, Wasserdicht, frei von Weichmachern
  • Hohe Messgenauigkeit klinisch geprüft (Einsatz als Zyklusthermometer/Basalthermometer zur Zykluskontrolle möglich)
  • Langzeitbatterie und Hygienebox für den Fiebermesser im Lieferumfang enthalten
Man kann alternativ auch Infrarot Thermometer verwenden wie z.B.
Angebot
Braun ThermoScan 7 Infrarot Ohrthermometer IRT6520
  • Braun ThermoScan - das von Ärzten am häufigsten verwendete und empfohlene Fieberthermometer. Garantierte professionelle Präzision.
  • Patentiertes, farbcodiertes Age Precision Display (altersabhängige Temperaturanzeige) mit Nachtlicht.
  • Patentierte, vorgewärmte Messspitze zur Sicherstellung höchster Genauigkeit
  • ExacTemp Technologie bestätigt in Sekunden die sichere Positionierung und damit ein genaues Messergebnis
  • Inkl. 2 AA Duracell Batterien, Aufbewahrungsbox und 21 hygienischen Einmal-Schutzkappen

Fazit

Fieber beim Haustier ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Messung zu Hause sollte nur als erster Schritt dienen. Wenn die Körpertemperatur nicht zurück geht, muss unbedingt die Hilfe eines Tierarztes in Anspruch genommen werden. Immer ist beim Fiebermessen auf die Sicherheit des Tieres zu achten. Besonders bei den rektalen Messmethoden kann man leicht Schaden anrichten.

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