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Kunststoffteile im Gehege reinigen

Kaninchen gelten im Allgemeinen als stubenrein, Meerschweinchen nehmen Tiertoiletten fast nie an. Mäuse hingegen benutzen sie. Doch selbst den besten Toilettengängern geht öfter etwas daneben. Urinstein ist verantwortlich für hartnäckige Flecken, die besonders auf Kunststoff deutlich zu sehen sind. So müssen in der Regel auch die Käfige gründlich sauber gemacht werden, damit unschöne Ablagerungen und Ungeziefer keine Chance haben.

Bei den Fressschalen vermischen sich Futterteile und Speichel – beides klebt gemeinsam fest – oder es bleibt Käfigdreck durch die aufgestellten Pfoten hängen. Zusätzlich finden sich Haare und Körperfett, Letzteres praktisch unsichtbar, aber ebenso unangenehm.

Sehr viel Kunststoff findet sich als Fressschälchen, Spielzeug oder Sitzstangen in den meisten Vogelkäfigen. Auch diese Teile müssen regelmäßig gereinigt werden, und zwar bevor der Dreck bereits offensichtlich ist.

Für die Reinigung von Kunststoffteilen bieten sich verschiedene Möglichkeiten.

Weniger ist mehr – Ausnahme: klares Wasser

Am einfachsten ist die Säuberung von Gehege, Toilette und sonstigem Zubehör mit heißem Wasser. Bei der Tiertoilette sollten Außen- und Unterseite nicht vergessen werden. Wer ausschließlich heißes Wasser einsetzt, sollte Tiertoiletten täglich säubern, denn spätestens am dritten Tag entscheiden sich viele Tiere für ein Geschäft außerhalb. Hilfreich sind zwei Toiletten, sodass kein Zeitverlust entsteht, den das Tier für sein Geschäft auf leerem Platz ausnutzt. Gelegentlich kann auch kochendes Wasser benutzt werden, allerdings müssen das einerseits die Kunststoffteile aushalten, andererseits sollte man selbst sich nicht damit verbrühen.

Reicht heißes Wasser nicht aus, kann eine pH-neutrale Seife oder Zitronensäure verwendet werden. Auch selbst gemischtes Essig- oder Zitronenwasser ist geeignet. Ebenso kommt ein handelsüblicher Neutralreiniger infrage. Die Tiere haben höchst empfindliche Nasen und reagieren sensibel auf scharfe Gerüche. Wer Essigreiniger nimmt, sollte gründlich mit klarem Wasser nachspülen.

Scharfe Desinfektionsmittel sind normalerweise tabu. Sie stören nicht nur die Raumluft, ihre Inhaltsstoffe, die sich vielleicht in Resten an gereinigten Gegenständen finden, könnten den kleinen Tieren gefährlich werden. Wer also Mittel wie Sagrotan benutzt, muss sehr gründlich nachspülen, bevor er die Teile wieder einsetzt. Am besten verzichtet man aber gänzlich darauf.

Der Tierhandel bietet außerdem sowohl spezielle Geruchstilger wie Spray-Deodorants an. Auch intensive, aber probate Reinigungsmittel in Form von alkalischen Flüssigkeiten, die frei von Tensiden sind, können erworben werden.

Regelmäßig säubern, aber ohne Übertreibung

Ein Tierkäfig muss nicht klinisch rein sein. Die Tiere fühlen sich bei täglichen Umbauten gestresst. Oft reicht es, verschmutzte Einstreu öfter mit einem großen Tuch oder einer kleinen Schaufel zu entfernen und zu ersetzen. Eine Großreinigung ist nur ein bis zwei Mal pro Woche nötig. Wer die Streu im Kleintierkäfig allerdings sehr knapp hält und vielleicht Zeitung untergelegt hat, muss diesen Untergrund täglich erneuern.

Unbedingt sollten Frischfutterreste regelmäßig entfernt werden, damit keine zusätzlichen Gerüche entstehen, die Ungeziefer anlocken, und damit keine Schimmelkulturen im Käfig wachsen. Sonst helfen tatsächlich nur noch starke Desinfektions- und andere Spezialmittel – hinterher muss der Käfig lange gespült werden und gründlich trocknen. Kunststoffteile sollten in diesem Fall besser neu gekauft werden.

Eine Ausnahme für stärkere Waffen gegen Keime aller Art sind Gehege, in denen kranke Tiere gelebt haben oder deren Bewohner an unbekannter Ursache gestorben sind. Auch hier gilt: Was an Kunststoffgegenständen ersetzt werden kann, sollte weggeworfen werden. Zu groß ist das Risiko, dass sich der Nachmieter an den Keimen seines Vorgängers ansteckt und das selbe Schicksal erleidet.

Bildquelle: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

 

 

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