Home > Ratgeber > Kleintiere > Tunnelsysteme für Mäusegehege

Tunnelsysteme für Mäusegehege

Stolze Mäusebesitzer wissen es: Nur eine ausgeglichene Maus, ist eine glückliche Maus! Deshalb braucht die Maus mehr als nur Futter und Wasser. Mäuse sind klein, aber sehr aktiv und neugierig. Sie brauchen Abwechslung und viel Bewegung. Deshalb sollte man ihnen Tunnelsysteme anbieten, um ihrem Bewegungsbedürfnis entgegenzukommen. Diese Systeme sollten ungefährlich für die Maus sein und mit ein bisschen Geschick, lassen sie sich sogar kostengünstig selbst herstellen.

Unbedenkliche Materialien und Basteltipps für den Tunnelbau

Mäuse sind Nagetiere. Sie untersuchen alles in ihrem Käfig und werden auch alles annagen. Deshalb müsst ihr die Materialien für die Tunnel und Röhren mit Bedacht wählen. Einfach, (fast) kostenfrei und völlig ungefährlich sind Toiletten- oder Küchenpapierrollen. Diese Rollen könnt ihr ineinander schieben, seitlich Löcher ausschneiden und weitere Rollen einsetzen. Eurer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Mäuse haben ihre eigenen Vorstellungen und wenn ihnen etwas nicht gefällt, gestalten sie es kreativ um.

Wollt ihr die Röhren selber bauen, nehmt einen länglichen Luftballon, macht Küchen- oder Toilettenpapier richtig feucht und legt es in mehreren Schichten um den Luftballon herum. Dann lasst ihr ihn trocknen. Danach den Ballon entfernen und ihr habt eine wunderschöne Röhre, die zudem gesundheitlich unbedenklich ist. Mit dieser Technik lassen sich viele Varianten schaffen, auch Kreuzungen und Gabelungen sind möglich. Seid kreativ, aber denkt immer im Sinne eurer Tiere! Um dem Tunnelsystem mehr Festigkeit zu verleihen bietet sich zum unbedenklichen Kleben von Pappe oder Pappmaschee Methylzellulosekleister ohne Zusätze (!!!) an.

Langlebiger als Papptunnel sind sicherlich Röhren aus Holz. Diese sind aber schwieriger herzustellen. Ihr könnt den Holzstamm halbieren, mit einer kleinen Fräse eine Rinne und auch weitere Ausgänge bohren und den Stamm anschließend wieder zusammensetzen. Mit wasserlöslichem Holzleim, wie ihn auch Kinder zum Basteln nehmen, kann er wieder ungefährlich zusammengeklebt werden. Wichtig ist, dass keine scharfen Kanten oder herausragende Holzsplitter auftauchen – diese bergen ein hohes Verletzungspotenzial. Am besten schleift ihr das Holz ab, bevor ihr es ins Gehege setzt. Nägel, Schrauben und Draht sollten zum Bauen nicht benutzt werden, da sie mit der Zeit von der Maus freigeknabbert werden und dann zu Verletzungen führen können. Bitte macht den Tunnel nicht zu eng, denn das kann zu Verletzungen führen. Wer ein wenig geschickt ist, kann auch Röhren aus Heu oder unbehandelten Weidenzweigen flechten.

Gefahren beim Tunnelbau

Bei Plastik-/Kunststoffröhren sind die Meinungen geteilt. Es gibt große Unterschiede bei Kunststoff. Vor allem darf er keine giftigen Ausdünstungen haben und keine Weichmacher enthalten. Am besten ist Kunststoff aus dem gleichen Material, aus dem auch Kinderspielzeug hergestellt wird. Auch Plexiglas und PE (Polyethylen)-Rohre sind unbedenklich, sie werden in der Lebensmittelproduktion eingesetzt. Es ist aber schwer, einen Kleber für Kunststoffe zu finden, der ungiftig ist. Da es oft schwer nachvollziehbar ist, welche Bestandteile im Kunststoff enthalten sind, raten wir an dieser Stelle, lieber auf organische Materialien wie Papier, Pappe oder Holz auszuweichen.

Plastikrohre dürfen nicht aufrecht oder zu steil stehen, da dann die Verletzungsgefahr durch Abrutschen sehr groß ist. Kunststoffrohre halten dem Knabbern länger als Papprohre stand, aber auch nicht ewig. Wenn die Mäuse kleine Teilchen des Plastiks verschlucken, können diese mit scharfen Kanten den Magen oder Darm der Maus verletzen. Ein weiteres Horrorszenario: die Maus knabbert ein zu kleines Loch in den Kunststoff und verletzt sich beim Durchkriechen an scharfkantigen Ecken.

Der Durchmesser eines Tunnels sollte mindestens 5, besser 7 cm betragen, die Länge nicht mehr als 25 – 30 cm. Sind die Rohre länger, ist die Luftzirkulation zu schlecht. Es ist dann auch schwieriger, sie sauber zu halten und es besteht Gefahr durch Bakterien oder Schimmelpilzwachstum. Ist der Durchmesser geringer, kann es zu Streitereien im Tunnel kommen, da ein Ausweichen nicht möglich ist.

Tunnel kaufen

Natürlich werden auch im Handel viele Tunnel und Gehegeausstattungen angeboten. Als verantwortungsbewusster und liebevoller Tierhalter weiß man allerdings auch, dass bei den Angeboten oft der Profitgedanke der Verkäufer weit vor Wohlergehen der Tiere steht. Deshalb sollte man Angebote im Handel stets kritisch beäugen. Oft werden Materialien verwendet, die schädlich und gefährlich sind. Das kann von Plastikteilen mit Weichmachern bis hin zu grobmaschigen Textilien reichen, in denen sich die Mäuse verfangen können. Also: Augen auf beim Kauf vom Händler! Die sicherste Alternative ist der Bau von eigenen Einrichtungsgegenständen.

Fazit

Wenn man all diese Sicherheitshinweise beachtet, lassen sich für die kleinen Tiere wunderbare Tunnelsysteme bauen, in denen sie sich stundenlang beschäftigen können. Aber auch mit einem solchen System sollte man nicht vergessen, dass Mäuse gern graben. Deshalb sollte immer genügend Material im Mäusegehege vorhanden sein, damit auch die individuellen Architekturvorstellungen eurer Tiere umgesetzt werden können. Denn letztendlich weiß das Tier selbst am besten, was es braucht und was es möchte.

Gern könnt ihr in den Kommentaren weitere Ideen und Sicherheitshinweise anmerken um zukünftigen und aktiven Mäusehaltern zu helfen.

 

Bildquelle: J. F. Hofschlaeger  / pixelio.de

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

x

Check Also

Wo kauft man einen Hamster und was ist zu beachten?

Bevor man sich zum „Kauf“ eines Hamsters bewegt, sollte man sich ein paar Dinge klarmachen. ...

Transportbox für Hamster – auf diese Aspekte sollte man achten

Bildquelle: S. Hofschlaeger  / pixelio.de Ein Hamster sollte nur so selten wie möglich aus seinem gewohnten ...

Hängematten und Schaukeln für Hamster – tolles Spielzeug oder Gefahr?

Hängematten sind eine menschliche Erfindung. Zahlreiche Hersteller von Tierspielzeugen haben diese Idee aufgegriffen und kleinere ...

Send this to a friend